Cobot-Programmierung für Nicht-Programmierer

Programmieren mit Cobot

Der Einsatz von kollabierenden Robotern in Handwerk und Industrie wird immer wichtiger, wenn Wettbewerbsansprüche und Modernisierung anvisiert werden. Eine hohe Flexibilität ist beispielsweise in der Automobilherstellung oder in der Fertigung von Motorrädern eine Voraussetzung der Produktionsanlage. Es gibt viele Aufträge, die mit kleinen Stückzahlen eine große Anpassungsfähigkeit der Produktionslinien erfordern. Auch kleinere Unternehmen erkennen die Notwendigkeit, sich mit der Integration von Cobots auseinanderzusetzen. Der Personalmangel ist ein wichtiger Grund, bei künftigen Planungen auch auf die automatischen Kollegen zu setzen. Sie arbeiten zuverlässig, kontinuierlich und ergänzen den Menschen optimal, wenn sie sorgfältig in den Arbeitsprozess integriert wurden. Dazu gehört eine perfekte Programmierung der kollabierenden Roboter.

Einfache Programmierung durch Datenbrillen

Datenbrillen helfen beispielsweise, den Roboter rasch und unkompliziert zu programmmieren. So können Mitarbeiter schnell den Umgang mit dem Cobot erlernen und bekommen über die digitale Unterstützung einen effektiven Einfluss auf die Arbeitsabläufe des Cobots.

Programmierung umsetzbar in nur 5 Schritten

Die Einrichtung des Cobots erfordert keine Spezialisten. Vom Hersteller wird beschrieben, wie leicht die Integration des Roboters in den Arbeitsprozess durchgeführt wird. Wer sich nicht sicher ist, kann außerdem Hilfen und Demo-Programme vom Produzenten der Cobots in Anspruch nehmen. Somit wird die moderne Technik auch für kleine Unternehmen ermöglicht, die keine Budgets für die Betreuung der Cobots durch Spezialisten inne haben. Die eigenen Mitarbeiter können den Produktionsprozess einrichten und umrüsten.

5 Schritte, die für die Programmierung erforderlich sind

1. Einrichten des individuellen Werkzeuges

1.1. Tool Center Point bestimmen

Der TCP liegt bei Werkzeugen natürlich an unterschiedlichen Stellen, die vom Einrichter des Cobots berechnet werden müssen. Ein Schweißgerät hat einen anderen TCP als beispielsweise ein Greifarm. Die unterschiedlichen Endeffektoren müssen jeweils mit der Robot Software abgestimmt werden. Diese sorgt dann dafür, dass die Endeffektoren genau auf den zu bearbeitenden Punkt treffen und Werkteile schweißen oder greifen können. Mit Hilfe eines Einrichtungsassistenten gelingt auch bei komplizierten Fällen diese Berechnung.

Siehe auch  IT Service - warum externe IT-Service Dienstleister meist die bessere Wahl sind

1.2. Werkzeugschwerpunkt angeben

Der Werkzeugschwerpunkt wird mittels eines Assistenten ermittelt. Er ist für die exakte Führung des Cobots wichtig und wird über die Robot Software integriert. Wenn der Cobot ein Werkteil aufnehmen soll oder wenn er eine Klebepistole führt, sind diese Angaben von Bedeutung, damit die exakte Bearbeitungsstelle anvisiert wird.

1.3. Nutzlast bestimmen

Die Nutzlast errechnet sich aus dem Gesamtgewicht aller Endeffektoren und des Zubehörs, das am Cobot montiert ist. Man kann das Gewicht bei der Programmierung in eine Maske eingeben.

2. Wegpunkte festsetzen und Bewegungsarten definieren

Das Programm wird zwischen verschiedenen Wegpunkten definiert und mit diversen Bewegungen und Arbeitsbefehlen komplettiert. Dafür sind die folgenden Bewegungen nötig:

2.1. Gelenkbewegungen

Gelenkbewegungen können ausgeführt werden, wenn es genug freien Raum zwischen den Wegpunkten gibt und keine Sicherheitsproblematik besteht, weil kein Mensch diesen Raum gleichzeitig inne hat. Dabei bewegt sich der Cobot mit allen Achsen gleichzeitig.

2.2. Linearbewegungen

Linearbewegungen werden häufig für das Aufnehmen von Teilen oder für das Ablegen verwendet. Sie nehmen den geradlinigen Weg von einem Wegpunkt zum nächsten ein.

2.3. Konstante Bewegungen

Konstante Bewegungen sind möglich, wenn der Cobot in gleichbleibender Geschwindigkeit sich auf einer kontinuierlichen Route bewegt. Meist wird diese Bewegung bei Klebe- und Schweißprozessen verwendet.

3. Zusammenarbeit mit Geräten

Bei diesem Schritt werden die Arbeitsbefehle an den Wegpunkten und die veränderbaren Nutzlasten am Roboter einbezogen, die dabei entstehen, wenn Teile aufgenommen oder abgelegt werden.

4. Sicherheitsaspekte berücksichtigen

Bei diesem Schritt wird geprüft, ob alle Sicherheitsaspekte in die Programmierung eingeschlossen sind. Das betrifft beispielsweise eine verminderte Geschwindigkeit des Cobots, wenn Menschen gleichzeitig den Raum nutzen.

5. Zykluszeiten einrichten

Durch Verschleifradien kann man den Roboter schonen und die Zeiten für die unterschiedlichen Arbeitsprozesse beeinflussen.

Über Christian 78 Artikel
31 Jahre alt, gebürtig aus Cuxhaven und bekennender Kaffeejunkie :-). Ich interessiere mich schon seit meiner Kindheit für Technik. Dieses Interesse übertrage ich in meinem beruflichen Leben sowie im Privaten. Viel Spaß beim Stöbern!